Blankenheim befindet sich zwischen Eisleben und Sangerhausen, am Südrand des Harzes. Durch den Ort führt die vielbefahrene Bundesstraße 80. Mit der Bahn Reisende erinnern sich an Blankenheim aufgrund des 875 m langen Tunnels. Er durchquert den Hornburg-Blankenheimer Sattel und führt unter einem Teil des Ortes durch. Die Ortslage breitet sich am nördlichen Hang dieses Sattels aus und erreicht mit 318 m ihren höchsten Punkt.

Geschichtliches

Die erste urkundliche Nennung - Blankenheim = helle, glänzende Wohnstätte - erfolgt 1181, etwa 30 Jahre nach der Gründung des nahen Klosters Rode, mit dem sich Blankenheim in wechselnden wirtschaftlichen und rechtlichen Verhältnissen befand.
Die geschichtliche Entwicklung Blankenheims beginnt wahrscheinlich mit der Gründung des Klosters Rode durch den Burggrafen von Magdeburg und Übernahme durch den Prämonstratenserorden.
Seine Blütezeit erlebte das Kloster in der Zeit vom 13.-15. Jahrhundert. Während des Bauernaufstandes im April/Mai 1534 wurde das Kloster gestürmt und geplündert und war danach nur noch von 8 Mönchen besetzt.
Nach der Säkularisierung (Verweltlichung) wurde das Kloster im Jahre 1540 in ein Rittergut umgewandelt.
1662 erhielt Joachim Werner von Alvensleben den Lehensbrief, wodurch das Gut zu einem Erblehen wurde. Anfang des 17. Jahrhunderts, nach schweren Zerstörungen im 30jährigen Krieg, kaufte ein Graf von der Schulenburg das Gut für 66 000 Taler von den Alvensleben.
Im Jahre 1778 wurde im Lustgarten ein neues Schloß erbaut, das 1936 wieder abgerissen (gesprengt) wurde.
Der wirtschaftlichen Pleite des Rittmeisters M. Müller im Jahre 1928, dessen Eltern das Gut 1904 erworben hatten, folgte dann die staatlichen Zwangsverwaltung.
Infolge der Bodenreform wurde 1945 das Restgut zu je 20 Morgen Land an die damaligen Landarbeiter aufgeteilt.
In den 50er und 60er Jahren folgte im Rahmen der staatlichen Zwangskollektivierung der Landwirtschaft der Zusammenschluß der Kleinbauernbetriebe zur landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaft, welche mit der Einheit Deutschlands im Jahre 1990 mit der Auflösung der LPG und der Privatisierung des Bodens ihr Ende fand.
Das Schloß wurde in Gemeindeeigentum überführt.
Die wirtschaftliche und soziale Entwicklung Blankenheims wurde maßgeblich durch den Kupferschieferbergbau bestimmt. Der Ort liegt auf einem ausgedehnten, nach Osten in die Mansfelder Mulde abfallenden Buntsandsteinrücken, während sich westlich die Sangerhäuser Mulde befindet. Im Perm bildete sich in diesem Gebiet durch Meeresablagerungen sowie weitere geologische Veränderungen ein Kupferschieferflöz heraus, welches sowohl in östlicher als auch in westlicher Richtung Blankenheims zutage trat. Bereits Ausgang des Mittelalters wurde es auf einfachste Weise abgebaut, so daß die Landschaft östlich des Ortes durch viele kleine Halden geprägt wurde. Bis 1990 arbeitete die Mehrzahl der arbeitsfähigen Bevölkerung im Bergbau bzw. in tangierenden Wirtschaftsbereichen.
Die durch die deutsche Einheit entstandenen neuen wirtschaftlichen und sozialen Bedingungen erlaubten jedoch keine ökonomische vertretbare Fortführung. Dies hatte umwälzende Veränderungen sowohl im wirtschaftlichen als auch sozialen Bereich zur Folge, die natürlich nicht nur in Blankenheim, sondern regional und überregional wirksam wurden.

Die Generation unserer Großeltern kannte und schätzte Blankenheim als Ausflugsort, sogar als "Sommerfrische". Grund hierfür war und ist die außerordentlich waldreiche Umgebung.
Als lebhaft ist das Blankenheimer Vereinsleben zu bezeichnen. Besonders steht hierbei der Fußballverein im Vordergrund, der sowohl im Kinder- und Jugend- als auch im Erwachsenen- und Alte-Herren-Bereich aktiv ist.



Kulturbauten


Lambertuskirche
Der Turm der Lambertuskirche ist im Jahre 1200 im Zentrum von Blankenheim erbaut worden. Im Jahre 1830 wurde die Kirche umgebaut bzw. teilweise neu gebaut.Das Kirchturmdach wurde 1971 mit Schieferplatten neu gedeckt. Im Jahre 1973 bekam das Kirchenschiff ein neues Dach.


Sühnekreuz - Der Kreuzstein von Blankenheim
Am 31.07.1561 überfielen 2 Schäfer zwischen Klosterrode und Blankenheim wegen eines kleinen Hundes den Verwalter von Klosterrode. Johann Erhard Fey (fai) war Adminstrator des Grafen von Mansfeld in Klosterrode. Er wurde so stark verwundet, daß er tags darauf verstarb. Einer der Schäfer wurde im Kampf getötet. Der andere Schäfer wurde gefangen genommen, verurteilt und später mit dem Schwert hingerichtet. Zum Andenken an diese Tat wurde der Sühnestein nach 1564 von Otto Heinrich von Bodenhausen gesetzt.


Kriegerdenkmal
Das Kriegerdenkmal steht am Eingang zum Friedhof. Es gedenkt der Toten der beiden Weltkriege.


Bahnhofstraße
BAHNHOF, Denkmal; arichtektonisch gut gegliederter und proportionierter Bahnhofsbau der 1920er Jahre in reizvoller landschaftlicher Lage in einem tiefen Einschnitt unmittelbar westlich des Blankenheimer Tunnels; Empfangsgebäude zweigeschossig mit Walmdach, seitlich niedrigere Güterschuppen; zur Bahnlinie hin Perron, überdacht, in Form einer kleinen Vorhalle; Gebäude in z.Z.schlechten Zustand; bemerkenswertes Architekturdenkmal der 1920er Jahre, dazu von verkehrsgeschichtlicher Bedeutung


Ernst-Thälmann-Straße
KIRCHE, St. Lamberti, Denkmal; auf einem Hügel ortsbildbeherrschend gelegene Westturmanlage, umgeben von mauerumschlossenem Friedhof; klassizistische Saalkirche von 1830-32 mit flacher Holzdecke und Hufeisenempore über dorischen Holzsäulchen, gleichzeitiger wuchtiger Kanzelaltar; vom mittelalterlichen Vorgängerbau der Westturm erhalten (wohl erste Hälfte 13. Jh.) mit gekuppelten Schallfenstern, im Erdgeschoß ehedem durch Doppelarkade zum Schiff hin geöffnet; architektonisch und stilgeschichtlich bemerkenswerter Kirchenbau, umgebender Friedhof mit Grabmälern des 19. Jh., auf der Südseite vor der Kirche Bauemstein, mittelalterlich

Ernst-Thälmann-Straße
PFARRHOF, Denkmal; malerisch gruppiertes, auf der Südseite unterhalb der Lambertikirche gelegenes Ensemble bestehend aus Wohnhaus, östlich angefügtem Wirtschaftsteil und großer freistehender Scheune; das Wohnhaus in Klinkerbauweise, zweigeschossig, in seiner massigen Kubatur weithin sichtbar, die Nebengebäude in Bruchstein- und Ziegelbauweise eingeschossig, dem Wohnhaus sichtbar untergeordnet; zum Teil intakter Pfarrhof des letzten Viertels des 19.Jh.von vor allem städtebaulicher Bedeutung

Hauptstraße 276
ca.1 km westlich der Ortslage im Talgrund Obermühle, Denkmal; Mühlengehöft in einsamer, landschaftlich hervorragender Lage; geschichtlich sehr alter Mühlenstandort. Immer wieder erwähnt im Zusammenhang mit Streitigkeiten um die Wasserzufuhr des Röhrgrabens nach Sangerhausen; großes zweigeschossiges Wohnhaus (um 1780/1800) mit Bruchsteinerd- und auffallend hohem Fachwerkobergeschoß; Haustür über Stufenpodest zugänglich; parallel zum Wohnhaus gestellter Wirtschaftsbau mit Walmdach, Bruchsteinarchitektur; trotz Fehlens der Technik wichtige Mühle im Umfeld Sangerhausens

Die Sage vom Brautbusch
Der Heimatdichter von Blankenheim