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Die Geschichte von Klosterrode – Eine Zeittafel

Um 3000 v. Ch.

  • Funde belegen die steinzeitliche Besiedlung der Region.

899

 

  • Erste mutmaßliche Erwähnung als Dorf Hildiburgorod im Hersfelder Zehntverzeichnis. Später wird die Siedlung als wüst bezeichnet.

1118

  • Der Bestand eines Nonnenklosters mit allerings unklaren Nachweis wird beschrieben.

Um 1156

  • Gründung des Klosters Rode durch den Orden der Prämonstratenser. Gründer des Ordens ist Norbert von Xanten. Die Namensgestalt des Klosters und späteren Gutes ist vielfältig. Hier nur einige Beispiele: Rhoda, Rode, Closter Roda, Closterode und viele Weitere.

    >>Der Orden und sein Gründer<<

1181

  • Weltliche Schutzherren des Klosters werden die Edlen von Querfurt. Zahlreiche Streitigkeiten mit dem Nachbarkloster Kaltenborn sind belegt.

1218

  •  Die Anzahl der Mönche wird auf 100 geschätzt
13 Jh.
  • Die Blütezeit des Klosters ist erreicht, obwohl es niemals eine dominante Stellung in der Region erreicht. Der Besitz wird durch zahlreiche Erwerbungen und Schenkungen erweitert.
1432
  • Die weltliche Schirmherrschaft geht auf die Grafen von Mansfeld über.

Um 1470

  • Blitzschlag und einige Zeit später Brandstiftung verwüsten die Kirche, welche sich nördlich vom heutigen „Alten Schloss“ befand. Die Kirche wird aber schnell wieder aufgebaut.
1524
  • Möglicher Aufenthalt von Thomas Münzer in Klosterrode nach seiner Flucht aus Allstedt.

1525

  • Der Bauernaufstand geht mit Raub und Plünderung einher. Davon bleibt auch das Kloster nicht verschont. Es wird aber nicht zerstört. Streitigkeiten mit der Nachbargemeinde Blankenheim mehren sich.
1534
  • Im Kloster wohnen noch nachweislich 8 Mönche.

Ab 1535

  •  Sequestration des Klosters durch Georg von Sachsen.
1537
  • Petrus Meise wird zum letzten Probst gewählt.
1539
  • Das Amt Sangerhausen, zu dem Klosterrode gehört, wird nach dem Tode Georg von Sachsen reformiert.

Ab 1540

  •  Das Kloster wird säkularisiert.
1542
  • Weiterhin sind noch zwei Mönche im ehemaligen Kloster.
1543
  • Die Mansfelder Grafen kaufen das nunmehr säkularisierte Kloster für 14 000 fl. von Moritz von Sachsen, der die Summe für Pforta, die Universität Leipzig und andere Stiftungen verwendet. Der letzte Probst bleibt als gräflich Mansfeldischer Administrator im nunmehrigen Gut Klosterrode bis zu seinem Tode 1558.

1567

  • Die Mansfelder Grafen verkaufen das Gut an Otto Heinrich von Bodenhausen, dessen Familie das Gut bis zum Jahre 1612 bewirtschaftet und bis 1659 besitzt.
Ab 1569
  • Das Klostergebäude wird zum Schloss umgebaut

1612 bis 1627

  • Verpachtung des Gutes an Levin Löden.
Ab 1626
  • Das Gut wird während des Dreißigjährigen Krieges mehrmals durch kaiserliche Truppen geplündert.
1630 bis 1652
  • Das Gut Klosterrode liegt wüst. Danach gestaltet sich die Bewirtschaftung äußerst schwierig.

1659

  • Verkauf des Gutes durch Kuno Ordomar von Bodenhausens an Werner von Alvensleben seinen Schwiegersohn.
1739  
  • Das Gut wird schuldenhalber von Johann Friedrich v. Alvensleben und Joachim Werner v. Alvenslebenan den Reichsgrafen Adolf Friedrich von der Schulenburg (gest. 1741) für 66000 Taler veräußert.

1778 bis 1783

  •  Bau eines stattlichen Herrenhauses durch Albrecht Ludwig von der Schulenburg ( 1748 – 1784 ) mit einer ansehnlichen Bibliothek von ca. 10 000 Bänden.
1784

1904

  • Die Eltern des Rittmeisters Max Müller, Fabrikbesitzer von Neuglück, erwerben das Gut für 1 500 000 Reichsmark nach Beschluss der Familie von der Schulenburg.
1906
  •  Der Kauf wird rechtsgültig. Die Einwohnerzahl von Klosterrode steigt auf 174.

1927

  • Max Müller, der eigentlich Maxemilian heißt, strebt die Loslösung Klosterrodes von Blankenheim an. Die Bemühungen scheitern.
1928
  • Max Müller geht durch schlechtes Management in Konkurs. Der Fabrikant Fauser, der aus Hamburg stammt und eine Margarinefabrikation besitzt, erwirbt das Gut aus der Konkursmasse, veräußert aber große Teile gleich wieder.

1932

  • Durch die Siedlungsgesellschaft Sachsen-Anhalt wird ein Zwangsverwalter, der Inspektor Zeller, eingesetzt.
1936
  • Sprengung des Herrenhauses. Das Gut wird durch die Siedlungsgesellschaft unter 16 Bauern aus der Region aufgeteilt. Das Restgut erhält Herr Dr. Lamprecht.
1945
  • Bodenreform und Enteignung des Besitzers Dr. Lamprecht.

1946

  • Das Alte Schloss wird in Gemeindebesitz überführt. Die Bausubstanz verfällt in den nächsten Jahrzehnten.
Nach 1950
  • Das „Alte Schloss“ wird unterschiedlichen Nutzungen zugeführt. Die Räumlichkeiten dienen vor allem Wohnzwecken. Es sind aber auch der Schulhort und Kindergarten untergebracht. Bis 1990 ist sogar eine Produktionsstelle des VEB KIMO Sangerhausen im „Alten Schloss“ tätig.
Bis 1954
  • Nutzung des Kirchenraumes für sakrale Zwecke.
Ab 1954
  • Zwangskollektivierung der Bauern zuerst in eine LPG Typ III später in eine LPG vom Typ I.

1990

  • Das Gut soll für 497 000 DM verkauft werden. Es ist eine gastronomische Nutzung geplant. Die Käuferin spricht von 50 neuen Arbeitsplätzen.
1991
  • Es kommt nicht zum Verkauf des Klosters, da der Kaufpreis durch die Käuferin nicht aufgebracht werden kann.
1992
  • Die Notsicherung des Gebäudes wird teilweise über ABM realisiert. Zahlreiche kulturelle Aktivitäten integrieren das Kloster in das Gemeindeleben.
1997
  • Das Frühlingsfest der Gemeinde steht ganz im Zeichen der Restaurierung des Klosters.

Ab 1998

2000
  • Ausbau des Ostflügels für Wohnzwecke und Nutzung der Räumlichkeiten als Seniorentreff ab November 2001. Eine Notsicherung des Kreuzgewölbekellers, erweist sich als notwendig

    >>Bauarbeiten am Alten Schloss<<
2002
2003
  •  Der Renaissanceturm, erbaut im Jahre 1569, erhält eine neue Wendeltreppe aus Stahlbeton. Restaurierung des Portals mit Mitteln der Ostdeutschen Sparkassenstiftung.

    >>Bauarbeiten am Alten Schloss<<